Seit mittlerweile 15 Jahren engagiert sich der BC Traktor Schwerin mit dem Projekt „Boxen statt Gewalt" für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in sozial schwierigen Lebenslagen. Im Mittelpunkt steht die Idee, mit Hilfe des Boxsports Gewaltprävention zu betreiben, Integration zu fördern und jungen Menschen eine Perspektive zu bieten.
Schweißgeruch hängt in der Luft, das Peitschen von Springseilen ist zu hören – ebenso wie das Schlagen der Handschuhe auf das Leder der Boxsäcke. Die Halle in der Hegelstraße 10, mitten im Schweriner Stadtteil Groß Dreesch, ist voller Leben. Der Boden knarzt, die Boxsäcke schwingen von links nach rechts, im Hintergrund ist motivierende Musik zuhören, die Stimme von Trainer Dieter Berg hallt durch den Raum.
Zwischen Boxsäcken, Springseilen und Schweißbändern geht es um weit mehr als Sport. Es geht um Struktur, Halt und Vertrauen – in einer Umgebung, in der viele Kinder sonst wenig davon erfahren. Es geht um Regeln, aber auch Gemeinschaft und Vertrauen. Und das Gefühl „Du kannst alles erreichen, wenn du nur dranbleibst."
„Boxen statt Gewalt" ist kein klassisches Sportangebot. Es ist ein Ort der Gemeinschaft. Es wird nicht nur geboxt, es wird geholfen – bei Hausaufgaben, bei der Jobsuche, bei Ämtergängen oder dem ersten Bewerbungsschreiben.
Rund 1500 Kinder und Jugendliche haben seit der Etablierung des Projekts im Jahr 2010 bereits teilgenommen. Und der Erfolg lässt sich nicht nur in sportlichen Leistungen messen, sondern vor allem in den positiven persönlichen Entwicklungen der Teilnehmer. Viele haben durch das Projekt Selbstvertrauen, Orientierung und soziale Stabilität gewonnen. Derzeit trainieren dort rund 120 Kinder, Jugendliche und Erwachsene regelmäßig, denen das Projekt tägliche Sportangebote mit festen Regeln und einem klaren Wertekompass bietet.